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DigitalPakt – Digitale Schule im 21. Jahrhundert https://grosty.de Martina Grosty Wed, 27 Apr 2022 15:23:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.3 Blogparade der #Edupnx „Der #Digitalpakt kommt – Chancen, Risiken, Möglichkeiten“ https://grosty.de/2019/06/08/blogparade-der-edupnx-der-digitalpakt-kommt-chancen-risiken-moeglichkeiten/ https://grosty.de/2019/06/08/blogparade-der-edupnx-der-digitalpakt-kommt-chancen-risiken-moeglichkeiten/#comments Sat, 08 Jun 2019 10:07:45 +0000 https://grosty.de/?p=3661 Weiterlesen →]]> Die #Edupnx haben als Sommerthema eine Blogparade ins Leben gerufen mit dem Titel „Der #Digitalpakt kommt – Chancen, Risiken, Möglichkeiten“ 1.

Ich möchte meine Gedanken hierzu in diesem Beitrag zusammenfassen.

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Abbildung 1: Wie kann der Digitalpakt funktionieren? Symbolbild

Was hat dieses Foto mit dem Digitalpakt zu tun?
Ich habe mich ganz bewusst für dieses Foto entschieden. Als Dozentin im Bereich des Berliner eEducation Masterplanes führe ich Fortbildungen für LehrerInnen in Berlin durch. Diese Fortbildungen finden in der jeweiligen Schule statt, sodass die LehrerInnen direkt mit dem an der Schule befindlichen Equipment arbeiten.

Wie sieht die Situation vor Ort aus?
Die Situation an den Schulen ist sehr unterschiedlich. Ich habe Schulen kennengelernt, die technisch hoch ausgerüstet sind. Diese Schulen verfügen in fast allen Unterrichtsräumen über Interaktive Whiteboards. Über den „Mehrwert“ der Interaktiven kann man diskutieren, auf meinem Blog finden sich hierzu verschiedene Beiträge.
Andererseits habe ich Schulen kennengelernt, die „nur“ über zwei Interaktive Whiteboards verfügen.
Ich bin auf eine Schule getroffen, die von der Stadtbücherei E-Book Reader geschenkt bekommen hat und nun versucht diese im Unterricht einzusetzen.
An anderen Schulen steht ein Klassensatz von Tablets zur Verfügung.

Was haben alle die von mir besuchten Schulen gemeinsam?
An allen Schulen bin ich auf eine katastrophale Internetverbindung gestoßen. Unabhängig von der Schulgröße war in allen Schulen nur eine extrem langsame Verbindung vorhanden. WLAN habe ich in den seltensten Fällen vorgefunden. In einer Schule war ein Internetzugang nur über den privaten Hotspot einer  Lehrerin möglich. Des Weiteren bin ich erstaunt und auch entsetzt darüber, dass auch am Lehrercomputer Seiten gesperrt sind. An einem Computer, der nicht für SchülerInnen zugänglich ist, finde ich das etwas übertreiben.

Wie sieht es mit dem Wissen der LehrerInnen und der Bereitschaft sich auf neue Dinge einzulassen aus?
In diesem Bereich bin ich auf die unterschiedlichsten LehrerInnen getroffen. Ich habe unter anderem LehrerInnen kennengelernt, die mir auch heute noch sagen, dass sie ihr Material zusammenschneiden und kleben. Interessanterweise ist diese Einstellung Altersunabhängig. Ich habe mir auch von Referendaren angehört, dass sie lieber haptisch arbeiten.
Ich bin auch auf LehrerInnen gestoßen, die schon unheimlich weit sind und mit ihren SchülerInnen tolle Projekte umsetzen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen ganz wichtigen Aspekt kommen, die Rolle der Schulleitung. Ich habe z.T. Schulen kennengelernt, wo die LehrerInnen nach den Ferien „überrascht“ wurden. Ihre Tafel war plötzlich verschwunden und gegen ein Interaktives Whiteboard ausgetauscht worden. Zusätzlich wurden sie zu einer Fortbildung angemeldet. Man kann sich natürlich vorstellen mit welcher Freude und Energie diese LehrerInnen die Fortbildung genossen haben.

Was hat das von mir gewählte Foto nun mit dem Digitalpakt zu tun?
Ich habe zunächst meinem subjektiven Eindruck der technischen Ausstattung der Schulen und Haltung der LehrerInnen beschrieben.
Ich denke, bevor man über die Chancen des Digitalpaktes nachdenken kann, muss erstmal ein solider Unterbau vorhanden sein. Technische Voraussetzungen müssen erstmal geschaffen werden.

  • Dazu gehört eine stabile, schnelle Internetverbindung mit WLAN.
  • Bevor man über die Anschaffung von Interaktiven Whiteboards oder Tablets nachdenkt müssen die Schulen erstmal mit technisch auf Vordermann gebracht werden.  Hierzu wird das Geld aus dem Digitalpakt kaum ausreichen.
  • Ein weiterer Punkt, der meiner Meinung nach nicht berücksichtigt wird, ist die Wartung. Hier ist zwingend Fachpersonal, welches auch ständig ansprechbar sein sollte notwendig. Es kann nicht sein, dass die Wartung zu einem „Hobby“ der LehrerInnen wird.
  • Die Aus- und Weiterbildung der LehrerInnen muss verstärkt werden. Ich denke, hier ist noch ein ungeheurer Nachholbedarf. Ich treffe heute noch LehrerInnen die Schwierigkeiten mit einer Textformatierung und das Wiederfinden von Dateien haben (altersunabhängig).
    Dazu ist aber auch eine Veränderung der LehrerInnen notwendig. Von den SchülerInnen wird ein lebenslanges Lernen gefordert, sind die LehrerInnen dazu auch bereit?

Jetzt kommt wieder mein Symbolbild dazu. Wenn der Unterbau, in dem Fall der große Stein, nicht vorhanden ist, wird der Überbau instabil. Im schlimmsten Fall droht ein Zusammenbruch durch den obersten Stein.

Was verstehe ich unter Digitalisierung?

Meiner persönlichen Meinung nach ist eine Aufgabe der Digitalisierung mir mein Arbeiten zu erleichtern.
Ich nutze mein Smartphone sehr intensiv, es ist mein „Digitales Taschenmesser“, auf der anderen Seite frage ich mich, ob wirklich für alles eine App notwendig ist. Ich werde hierzu einen weiteren Artikel verfassen.

  • Für den schulischen Bereich bin ich der Meinung bei dem Einsatz von Digitalen Endgeräten und Digitalen Medien die Dosis macht es. Ich denke optimal ein ausgewogener Einsatz. Bei der Verwendung von Apps sollte man immer bedenken, dass sie
  • für jedes Betriebssystem verfügbar sein müssen,
  • die DSGVO berücksichtigen,
  • welche Zugriffsmöglichkeiten gefordert werden.

Zahlreiche Apps waren zunächst kostenlos, nach einiger Zeit wurden sie kostenpflichtig. Webanwendungen sind hier meiner Meinung nach sinnvoller, setzen natürlich wieder ein stabiles Internet voraus.

Im Großen und Ganzen finde ich, der Digitalpakt ist notwendig. Er stellt allerdings auch ein Armutszeugnis dar. Nachdem jahrelang der Bereich Bildung kaputt gespart wurde, will man jetzt über „Nacht“ diesen Prozess umdrehen. Die Anbieter Digitaler Endgeräte und Digitaler Medien freut es. Die Lobbyisten haben Dollarnoten in den Augen und die Politik lehnt sich zurück und freut sich, was nun gutes passieren wird.
Ein Beispiel sind in diesem Zusammenhang auch die Lernplattformen. Es gibt mit Moodle seit Jahren eine Lernplattform die weltweit von Schulen und Universitäten genutzt wird.

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Abbildung 2: Tweet zu Digitalen Lernplattformen

Christian Füller hat dieses am 04.Juni.2019 auf Twitter angesprochen. Es ist für rationell nicht nachvollziehbar warum hier nicht das Geld investiert wird und nun neue Lernplattformen aufgezogen werden sollen.

Quellen:
1 Der #Digitalpakt kommt – Chancen, Risiken, Möglichkeiten – Bildungspunks (2019). Online verfügbar unter https://bildungspunks.de/der-digitalpakt-kommt-chancen-risiken-moeglichkeiten/, zuletzt geprüft am 05.06.2019.
2 P1030753. Online verfügbar unter https://www.flickr.com/photos/48570936@N03/32780330427/in/album-72157679504551306/, zuletzt geprüft am 05.06.2019.
3 Schuljahr 2017/18 – 2.000 neue Lehrkräfte: Berliner Schule wächst weiter – Berlin.de. Online verfügbar unter https://www.berlin.de/sen/bjf/service/presse/pressearchiv-2017/pressemitteilung.626180.php, zuletzt geprüft am 05.06.2019.
4 christian füller on Twitter. Online verfügbar unter https://twitter.com/ciffi/status/1135946908420268032, zuletzt geprüft am 05.06.2019.

 

 

 

 

 

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https://grosty.de/2019/06/08/blogparade-der-edupnx-der-digitalpakt-kommt-chancen-risiken-moeglichkeiten/feed/ 1
Ist der „Digital Pakt“ ein Segen für Schulen? https://grosty.de/2018/11/26/ist-der-digital-pakt-ein-segen-fuer-schulen/ Mon, 26 Nov 2018 11:13:21 +0000 https://grosty.de/?p=3595 Weiterlesen →]]> Am 23.11.2018 war es soweit, die Große Koalition sowie FDP und Grüne haben die dafür nötige Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht. Der Bundestag soll in der kommenden Woche den Gesetzentwurf abschließend beraten und im Anschluss diesen Gesetzentwurf an den Bundesrat weiterleiten. Können sich Schulen nun darüber freuen, oder…?

In der Presse wird von einem Betrag in Höhe von fünf Milliarden Euro gesprochen. Auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung findet man dann genauere Informationen die diesen Betrag relativieren.

  • Es heißt dort: „Der Bund stellt über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt fünf Milliarden Euro zur Verfügung, davon in dieser Legislaturperiode 3,5 Milliarden Euro. Aufgrund des Charakters der Bundesmittel als Finanzhilfen bringen die Länder zusätzlich einen finanziellen Eigenanteil ein. Zusammengenommen stehen dann insgesamt mindestens 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung.“ 1 Ferner „Eine dauerhafte Finanzierung des Bundes für schulische Infrastrukturen ist nicht vorgesehen.“ 1 Somit wird dieses Geld nicht sofort zur Verfügung gestellt und stellt nur eine einmalige Hilfe dar.
    Jeder der im schulischen Kontext tätig ist weiß, dass dieses nur eine „Mogelpackung“ zur Beruhigung der Bevölkerung darstellt. Gerade der Bereich IT ist so schnelllebig das heute gekaufte Hardware innerhalb kürzester Zeit wieder veraltet ist.
    Ein weiterer Aspekt, der hier keine Berücksichtigung findet, ist die Pflege der IT. Was nutzt es IT zu verteilen, aber die Pflege und Instandhaltung wie bisher den Schulen aufzubürden? Nur wenige Schulen verfügen über Systemadministratoren, in den meisten Fällen dürfen engagierte Lehrer diese Aufgabe übernehmen.
    Hinzu kommt ein weiterer Punkt. „Die Schulen selbst können keinen Antrag stellen. Sie melden ihren Bedarf an die jeweiligen Schulträger. Die Schulträger bündeln die Meldungen ihrer Schulen in einem oder in mehreren Förderanträgen und reichen diese beim Land ein.“ 1 Bei der zu erwartenden Fördergeldmengen sind internationale Ausschreibungen notwendig. Das bedeutet, dass individuelle Anschaffungen bzw. Ausweitung des bestehenden IT Bestandes schwer möglich werden. Ich kenne Schulen, die zusammengelegt wurden und dadurch z.B. mit zwei unterschiedlichen Interaktiven Whiteboards arbeiten müssen.
  • Der nächste Punkt, der mich stört ist folgender: „Förderfähig sind insbesondere die breitbandige Verkabelung der Schulen, die W-LAN-Ausleuchtung sowie stationäre Endgeräte wie zum Beispiel interaktive Tafeln.“ 1 Die Seite lehrerfreund.de hat im Jahre 2008 mit einem „Vergleich zwischen “SMART-Board” und “ACTIVboard” 2 veröffentlicht. Auf dieser Seite sind auch Preise der damaligen Zeit zu finden. Vom Preis schlagen die Interaktiven Whiteboards beider Hersteller mit 4000,- € zu Buche. Heute sieht es sicherlich nicht anders aus.
    Eine Verkabelung bzw. das Einrichten eines W-LAN-Netzes mit Access Points ist nicht preiswert. Auch hier ist in meinen Augen dieser „Digitale Pakt“ nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
    Die Breitbandversorgung der Schulen ist aus einem Topf des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur möglich. Hierfür sollen neue Mittel bereitgestellt werden.
  • Was mich nachdenklich stimmt, ist der Punkt 2 „Führen Smartboards und schnelles Internet automatisch zu einer besseren Bildung?“ 1In diesem Abschnitt tauchen Begriffe wie individuelle Lernfortschritte, Online-Plattformen und Vernetzung auf. Birgit Lachner hat dazu einen schönen Blogbeitrag „Schulcloud vs. Moodle“ veröffentlicht. Sie vergleicht in diesem Beitrag sehr schön die Möglichkeiten, die die Schulcloud und Moodle bieten. Ihrem Fazit „Bis der „Jüngling“ Schulcloud sich an das gestandene moodle mit seinen 17 Jahren Entwicklungszeit herangearbeitet hat, wird seeeehr viel Zeit vergehen. Es lohnt sich also, bei moodle reinzuschauen. Wer behauptet, das die Schulcloud besser ist, ist ein Ignorant oder Lügner“ 3 kann ich mich nur anschließen.
    Es ist mir vollkommen schleierhaft, wieso hier öffentliche Gelder verbrannt werden und nicht bestehende Systeme wie Moodle unterstützt und ausgebaut werden. Moodle bietet nicht nur eine langjährige Erfahrung, es besitzt eine große Community. Bei irgendwelchen Problemen kann man jederzeit auf Unterstützung von Fachleuten in den unterschiedlichen Moodleforen zurückgreifen.Lernfortschritte sollen erfasst werden. „…Bildung individueller gestaltet werden. Es ist für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrkräfte hilfreich, wenn individuelle Lernfortschritte genauer erfasst und durch gezielte Auswahl von Lernbausteinen und -materialien unterstützt werden können.“ 1 Hört sich im ersten Moment gut an, aber nur im ersten. Laufen wir hier nicht Gefahr den „gläsernen“ Lerner zu forcieren? Wie soll Lernen vermessen werden? Wie will man eine Kompetenzentwicklung, die ja von den Kultusministern gefordert wird, vermessen? Auf der einen Seite überlegt man neue Prüfungsformate und auf der anderen Seite will man Lernfortschritte vermessen.

Auch auf Twitter führte der DigitalPakt zu einer angeregten Diskussion. Ich möchte hier Maik Riecken zitieren, der das schön auf den Punkt gebracht hat: „Und wer sitzt nicht am Tisch bei den Bund-Länder-Verhandlungen? Genau. Derjenige, der den Mist umsetzen muss und auf den alle mit dem Finger zeigen werden.“ 4

Update
Das Handelsblatt hat am 26.11.2018 weitere Aspekte des Digital Pakts veröffentlicht:

  • „Nach dem Entwurf, der dem Handelsblatt vorliegt, sollen pro Schule bis zu 25.000 Euro für „schulgebundene“ Endgeräte bereit stehen – Laptops, Notebooks, Tablets, aber keine Smartphones. Allerdings nur, wenn die entsprechende Infrastruktur beriet steht, oder zumindest beantragt ist. Und: die Geräte müssen „technologieoffen, erweiterungs- und anschlussfähig“ sein.“ 5
  • „Verteilt werden die Mittel nach dem üblichen „Königssteiner Schlüssel“: Danach entfallen auf das größte Land NRW 1,05 Milliarden Euro, Bayern bekommt 777 Millionen und Baden-Württemberg 650 Millionen. Das kleinste Land Bremen erhält 47 Millionen Euro.“ 5

Quelle:

1 Wissenswertes zum DigitalPakt Schule Online verfügbar unter https://www.bmbf.de/de/wissenswertes-zum-digitalpakt-schule-6496.html, zuletzt aktualisiert am 25.11.2018, zuletzt geprüft am 25.11.2018.

2 Vergleich zwischen “SMART-Board” und “ACTIVboard”. Online verfügbar unter https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/smartboard-activboard-vergleich-whiteboards/2965#preise, zuletzt aktualisiert am 25.11.2018, zuletzt geprüft am 25.11.2018.

3 Schulcloud vs. moodle – Superlehrer.de. Online verfügbar unter https://www.superlehrer.de/2018/11/25/schulcloud-vs-moodle/, zuletzt geprüft am 25.11.2018.

4 Maik Riecken on Twitter. Online verfügbar unter https://twitter.com/mccab99/status/1066289439633272832, zuletzt geprüft am 25.11.2018.

5 Digitalpakt Schule: Bund stellt 25.000 Euro pro Schule für Tablets. Online verfügbar unter https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/digitalpakt-schule-bund-stellt-25-000-euro-pro-schule-fuer-tablets/23663646.html?share=twitter, zuletzt geprüft am 26.11.2018.

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